Tag 97 bis 108: Die letzten Tage auf der Südinsel

Um auf die Nordinsel zu gelangen, brauchten wir eine Fähre, die gerne schnell ausgebucht ist. Von daher hieß es ausnahmsweise mal: Rechtzeitig Pläne schmieden und die Fähre buchen. Seit dem ist alles so schnell gegangen… Die letzten zwei Wochen sind wie im Flug vergangen und auf einmal waren es nur noch ein paar Tage, bis wir auf die Fähre mussten. Dann hieß es auch schon Tschüss Südinsel und Moin Nordinsel.

Wir hatten noch mal ein paar richtige Highlights dabei!

In Neuseeland gibt es Wale und Delfine. Irgendwie war das immer in unseren Köpfen, aber eine Whale Watching Tour war trotzdem nie so richtig eingeplant. Öfter mal drüber gesprochen, immer auf „später“ verschoben. Dass die Südinsel aber der perfekte Ort für Whale Watching ist, war uns gar nicht so richtig bewusst, denn in Kaikoura gibt es sogenannte Residents. Das sind Wale, die dauerhaft dort leben sind und nicht auf jährliche Wanderschaft gehen. Da steigt die Chance einen Pottwal zu sehen, gleich um Einiges. Deswegen wurde Kaikoura spontan in unsere Route eingebaut und dann hieß es warten, denn unsere Tour wurde zwei Tage in Folge gecancelt. Aber zu Glück hatten wir genug Zeit eingeplant…

Es war atemberaubend.

Wir hatten richtig Glück. Im Vorfeld haben wir erfahren, dass normalerweise ein bis zwei Sichtungen pro Tour normal sind. Nach etwa 10 Minuten wurde es hektisch – alle raus und festhalten!

Der erste Wal… Bei Pottwalen sieht man nur das erste Drittel während sie an der Wasseroberfläche dümpeln und atmen…

Walschwanzflosse beim Whale Watching in Kaikoura

Insgesamt haben wir drei Pottwale inklusive Schwanzflosse gesehen. Einen weiteren haben wir beim Atmen zugeschaut, bis er eingeschlafen ist. Wusstest du, dass die Pottwale dabei an der Wasseroberfläche bleiben und man fast durchgehend die Nasenspitze aus dem Wasser rausgucken sieht?

Am Ende der Fahrt waren wir dann noch bei einer Delfinherde. Das war schon beeindruckend, wenn mehrere hundert Delfine ums Boot herum schwimmen und immer wieder aus dem Wasser springen.

Die nächsten Tage ging es dann in Richtung Picton und Nelson und von da aus zum Abel Tasman Nationalpark und die Golden Bay. Der erhoffte perfekte Abschluss für die Südinsel. Wie sagt man so schön „das Beste kommt zum Schluss“?

Zwei Tage an der Golden Bay

Kajak Tour gebucht und wieder verschoben, die Wettervorhersage war nicht so gut, daher haben die Golden Bay vorgeshoben. Hier stand das ein oder andere auf dem Plan. In Motueka gibt es eine Quelle, direkt aus den Bergen… puh war die kalt. Keine 30 Sekunden haben wir es da drin ausgehalten. Aber sie schimmerte so schön grün. Da musste ich dann noch zwei weitere Male rein.

Ansonsten ging es vor allem in Richtung Norden der Südinsel.

Nasser Spaziergang am Farewell Spit

Farewell Spit ist eine lange Sanddüne, auf der man zum Teil spazieren gehen kann. Wir haben aber nur die kleine Tour für eineinhalb Stunden gemacht. Unser Glück, denn wir sind mal wieder ohne Kameratasche und Regenjacke losmaschiert und sind auf dem Rückweg ganz schön nass geworden. Alles Laufen über die Wiesen hat nichts gebracht außer ordentlich Seitenstiche. Zum Glück ist aber alles gut gegangen.

Farewell Spit in der Golden Bay auf der Südinsel Neuseelands

Schöner Ausblick am Leuchtturm

Wir müssen echt sagen, Leuchttürme, können wir in Norddeutschland besser, immer schön hoch und häufig sogar mehrfarbig. In Neuseeland ist das anders. Sie sind in der Regel klein, weiß und manche würde man nicht mal als Leuchtturm erkennen. Wenn wir nicht wüssten, dass es einer sein soll, hätten wir den Leuchtturm am Pillar Point nicht erkannt. Der Aufstieg war mal wieder steil, aber wir sind ja schon im Training, was das angeht. Der Leuchtturm war klein aber die Aussicht wunderschön. Also hat sich der Aufstieg doch irgendwie gelohnt.

Weiter ging es zum Cape Farewell. Dem nördlichsten Punkt der Südinsel. Und wieder eine wunderschöne Aussicht und ein bisschen das Gefühl wir wären in Südengalnd und nicht am anderen Ende der Welt.

Als letztes an diesem Tag stand der Wharaiki Beach auf dem Plan

Ein richtig schöner langer Strand. Bekannt ist er vor allem, da er für Windows als eines der Standart Hintergrundbilder verwendet wird. Wir können total verstehen, warum dieses Bild ausgewählt wurde, denn der Strand hat schönes blaues Wasser, goldenen Sand und riesige Felsen im Meer. Auf einen dieser Felsen konnten wir hinaufklettern. Bestimmt 30 Meter hoch und tierisch anstrengend, denn wir mussten eine steile Sanddüne hoch. Aber der Ausblick ist es wert. Oder was denkst du?

Für den Rückweg wollten wir denn einen längeren Weg gehen, dieser sollte an einen See und über Felder führen. Zwischenzeitlich ist es mal wieder etwas später geworden und den schönen See wollten wir dann doch aussparen. Laut Navigator konnten wir einfach geradeaus weitergehen und der Weg würde wieder zurückführen.

Falsch gedacht. Denn der eigentlich Weg führte langsam wieder runter und unser Weg über den Trampelfahrt und Wiesen immer weiter nach oben. Also hieß es den Schisshasen in mir überwinden und die sehr steilen Hügel ohne Trampelfahrt langsam nach unten kriechen. Am liebsten wäre ich runtergerutscht… Ging aber nicht, zu viele Schafsködel… Und das alles um festzustellen, dass genau dieser Hügel pünktlich zum Parkplatz wieder abflachte…

23 Kilometer wandern im Abel Tasman Nationalpark

Nachdem es abends noch schnell weiter ging, mussten wir am nächsten Morgen früh aufstehen, damit wir fit waren und früh wandern gehen konnten. Naja früh hat dann auch nicht ganz geklappt, aber was soll’s. Für uns hieß es 23 Kilometer wandern, ein Hügel hoch und drei Strände entlang.

Der Abel Tasman Nationalpark ist bekannt für seine goldenen Strände und das wunderschöne blaue Meer. Wir kämpften uns frisch gestärkt den ersten und erhofften einzigen Hügel hoch. Die Sonne knallte auf unsere Köpfe und einer von uns bereute, zu viel gefrühstückt zu haben. Es ging immer weiter bergauf, mal steil und mal weniger und irgendwie fühlten wir uns an unsere Wanderung zum Roy‘s Peak erinnert.

Oben angekommen kam uns eine Familie völlig erschöpft entgegen. Und wir konnten verstehen warum, die Strecke, die sie hochmussten war unfassbar steil und rutschig. Zum Glück war das unser Weg nach untern. Puh waren wir glücklich über unsere Wanderstiefel. Und dann kam der erste Ausblick. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Nur so viel, die brennenden Oberschenkel waren vergessen…

Ab dann ging es bergab immer weiter in Richtung erster Bucht. Nach circa zwei Stunden sind wir endlich angekommen und haben am Strand mit dem blausten Meer, das wir bis dahin gesehen haben, erstmal Pause gemacht. Eigentlich wollten wir in jeder Bucht baden, das haben wir dann aber doch nicht gemacht. Lieber weiter und am nächsten Strand baden.

Und genau das haben wir dann auch gemacht. Erst aber wieder einen Hügel hoch und einen Umweg, um eine Robben Kolonie und einen weiteren Leuchtturm zu besuchen… tja leider ohne Robbenkolonie. Der sehr steile Abstieg und der Umweg haben sich aber trotzdem gelohnt.

Und an diesem Strand und in diesem Wasser waren wir dann baden…

Die letzten fast sechs Kilometer sind wir dann an einem Stück durchgelaufen und obwohl wir uns Richtung gut fühlten, waren die letzten zwei bis drei Kilometer echt anstrengend. Am Ende fielen wir einfach nur erschöpft aber super glücklich in den Schatten hinter unserem Auto und aßen alles, was uns in die Finger kam.

Kajaken im blauem Meer im Abel Tasman Nationalpark

Die Blasen vom Vortag haben sich prächtig entwickelt und schon stand das nächste Highlight an: Kajaken. Uns wurde schon vor Wochen davon vorgeschwärmt und da stand schnell fest, das wollen wir auch machen.

Zehn bis zwölf Strände könnte man sich an einem Tag anschauen. Wir haben zehn geschafft – das Maximum an diesem Tag. Angefangen in Marahau ging es entlang der Küsten zum ersten Strand und dann sind wir scharf abgebogen und zur kleinen Fisherman Island. Hier sind wir das erste mal ausgestiegen, denn wir hatten den Strand, bis auf eine Familie für uns alleine. Leider war es noch zu früh, um zu baden.

Die kleine Insel war schnell umrundet und weiter ging es zur zweiten und viel größeren Insel – Adele Island. Leider war diese um einiges voller, also sind wir nicht mehr angehalten und direkt weiter zur Robbenkolonie. Zwei Robben haben wir gesehen und eine davon war nur 20 Meter von uns entfernt und hat selig mit sich selber im Wasser gespielt. Und das genau neben uns

Gegen Mittag mussten dann ein bisschen am Strand entspannt werden…

Pünktlich wieder los, konnten wir noch ein mini Zwischenstopp auf dem Rückweg einlegen und waren pünktlich um 15:25 Uhr wieder am Startpunkt. 15:30 Uhr war aller spätestens angesagt. Da sagen doch glatt Deutsche im Bus wir waren zu spät. Tzz

Platt und wieder glücklich ging es dann noch zurück nach Nelson.

Die nächsten drei Nächte haben wir in Nelson verbracht um uns die Stadt anzuschauen und ein wenig am Blog zu arbeiten.

Punkt 1: Stadt anschauen haben wir gemacht. Nelson ist eine gemütliche Stadt mit ein paar Highlights. Zum einen kommt hier der Ring von „Herr der Ringe“ her. Besser gesagt die Ringe. Und in Nelson befindet sich der Mittelpunkt Neuseelands. Und wie sollte es anders sein, liegt er natürlich in einem Park auf einem Hügel.

Punkt 2: am Blog arbeiten wurde leider nichts, mangels Internet an unserem Campingplatz. Dafür waren wir das erste Mal zusammen joggen, seitdem wir auf Weltreise sind und haben uns ein wenig entspannt.

Nordinsel wir kommen!

Vor über einer Woche haben wir nun endlich die Nordinsel erreicht. Endlich, weil wir mehr sehen wollten und reif für was Neues waren. Die Nordinsel soll landschaftlich total anders sein und darauf freuen wir uns. Relativ flach – hoffentlich. Und viele Vulkane – hoffentlich!

Noch mehr Lust auf Australien? Dann geht es hier zu unseren anderen Beiträgen.

Ungefiltert, einfach frei heraus unsere Reisetagebücher

Straße zum Mount Cook -Südinsel-Neuseeland
Tag 85 bis 91: Aoraki / Mount Cook Nationalpark
Historische South Street in Nelson
Nelson City Guide – eine Stadt im Mittelpunkt

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5 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

Kathrin Schmidt-Knäbel
29. Januar 2019 22:05

Was für tolle Eindrücke und Bilder ! Und Wale und Delfine habt Ihr auch gesehen. Das möchte ich auch noch eine Tages. Weiter viel Spaß

Antworten
Steffi und Maik
30. Januar 2019 12:13

Wieder ein schöner Bericht mit super Bildern zum Träumen.
Viel Spaß auf der Nordinsel, natürlich mit neuen Bildern für uns.
Liebe Grüße
Steffi und Maik

Antworten
Gaby und Reimer
30. Januar 2019 23:50

Es macht immer wieder Spaß von euren Reiseerlebnissen zu lesen und anhand der Fotos einen kleinen Eindruck von Neuseeland zu bekommen.
Freuen uns schon auf den nächsten Bericht.
Viel Spaß beim Erkunden des Nordens der Insel.
Reimer und Gaby

Antworten

Traumhafte Bilder !!!!!
Viel Spaß auf der Nordinsel.
Liebe Grüße
Sabine

Antworten

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