Tag 83 – Weihnachten in Neuseeland auf dem Roys Peak

Hier ist einfach alles anders. Neuseeland ist wunderschön, wir erleben jeden Tag etwas Neues und fühlen uns in unserem Van Harry so richtig wohl.

Aaaaber Neuseeland ist halt nicht zuhause. Weihnachten ist für uns mit Freunden und Familie über den Weihnachtsmarkt bummeln, Glühwein trinken – oder Feuerzangenbowle – und dann die drei Feiertage mit der Familie verbringen. Dieses Jahr ist es Kirschen essen und an den Laptops sitzen. Bilder gucken und überlegen, ob wir nach unserer wohlverdienten Dusche nach drei Tagen umsonst campen noch an den Strand gehen…

Aber genug darüber, denn auch wenn dieses Jahr ohne Familie ganz anders sein wird, war unser Heiligabend etwas ganz besonders. Denn wir waren wandern – schon wieder. Aber es war herrlich und mal wieder ganz anders.

Besondere Pläne für Weihnachten

Unser Wecker klingelte um 2 Uhr nachts. Ihr habt wahrscheinlich zu gleichen Zeit bei einem Kaffee überlegt, ob ihr für das Weihnachtsmenü alles eingekauft habt und welche Geschenke noch eingepackt werden müssen. Währenddessen quälten uns aus unserem gemütlichen und warmen Bett. Nach einem schnellen Kaffee haben wir uns noch ein Toast reingezwängt und los ging es.

Nach fünf Minuten mit dem Auto hatten wir unser Ziel erreicht. Wir dachten, mitten in der Nacht sind da vielleicht vier oder fünf Autos. Als wir um 3:15 Uhr ankamen, standen dort schon um die 40 Autos. Verrückt!

Aber wir wollten, wie alle anderen auch den Sonnenaufgang genießen. Und so viel vorweg, er war unbeschreiblich.

Für uns hieß das 16 Kilometer wandern, circa sechs Stunden und über 1200 Höhenmeter überwinden. Was haben wir nicht alles vorher gelesen – langweiliger Wanderweg, aber es lohnt sich trotzdem, wunderschöne Aussicht, der steilste Wanderweg, den ich bis jetzt gewandert bin. Halleluja, was uns da wohl erwartet…

Sonneaufgang am Roys Peak

Die Wanderung zum Roys Peak

Die ersten 5 Minuten geschafft, ich bin schweißgebadet, erstmal Jacke ausziehen. Weiter geht‘s. Drei Minuten später Fabi ist zu warm – anhalten, Jacke aus. Nachdem wir dann endlich richtig angezogen beziehungsweise ausgezogen waren, ging es los. Und es wurde steiler und steiler. Immer wieder mini Atempausen und ein Schluck trinken und dann weiter hoch. Stück für Stück haben wir die vor uns Laufenden ein- und dann überholt.

Wir hofften in zwei Stunden oben zu sein. Hälfte der Strecke, Hälfte der Zeit, Hälfte der Höhe. Der Aufstieg ging erstaunlich gut. Langsam verfärbte sich der Himmel über den Bergen knalle orange und pink. Es waren noch eineinhalb Stunden bis zum Sonnenaufgang.

Wir sind im Dunkeln losgelaufen und wollten eigentlich unsere kleinen Lampen benutzen. Aber es war Vollmond und so konnten wir im ganz ohne Taschenlampe den Berg erklimmen. Meistens war es ruhig, und dunkel.

Roys Peak Walk nachts

Auf Dreiviertel der Strecke haben wir noch schnell ein paar Schnappschüsse bei dem Fotospot des Weges gemacht, sind aber schnell weiter, damit wir pünktlich zum Sonnenaufgang oben waren. Kurz vor Ende mussten wir uns entscheiden, einen mega steilen Bergkamm hochkraxeln oder den eigentlichen Weg entlang spazieren und einen riesigen Umweg in Kauf nehmen. Wir haben den Bergkamm genommen. Links und rechts war Gottseidank ein wenig Platz und Fabi hätte mich natürlich aufgefangen, wenn ich rückwärts runtergepurzelt wäre.

Geschafft! Mit gefühlt 20 Atempausen.

Und dann… wartete da noch ein zweiter Bergkamm, aber der war mir dann links und rechts zu steil, da haben wir dann doch den nicht mehr ganz so großen Umweg auf uns genommen.

Zwei Minuten vor Sonnenaufgang waren wir oben. Perfektes Timing. Ein Raunen ging durch die erstaunlich große Menschenmenge. Die Sonne kämpfte sich über den Berg. Gänsehaut Moment pur.

Sonnenaufgang Roys Peak Wanaka

Nachdem wir den Moment genossen und fotografiert haben gab es erstmal Frühstück. Langsam wurde es noch kühler und windiger und wir begannen zu frieren. Auf dem Weg nach unten wurde es Immer wieder steil und wann immer eine Stelle mir zu steil wurde, hat Fabi mir seine rettende Hand gereicht und mich sicher den Berg runtergeführt.

Roys Peak Walk Länge

Beim Rückweg wurde diesmal eine längere Pause bei DEM Fotospot gemacht. Natürlich wollten wir auch ein Touri-Bild mit atemberaubender Aussicht.

Roys Peak Walk Fotospot

Den weiteren Rückweg haben wir dann teils laufend, teils gehend und mit vielen Abkürzungen zurückgelegt. Unten angekommen, waren wir platt aber überglücklich.

Während des Rückwegs haben wir festgestellt, dass wir einiges im Dunkeln nicht mitbekommen haben. Zu einem steile Abkürzungen aber auch riesige Diesteln. Die waren teilweise fast so groß wie ich… Ob die auf dem Hinweg auch schon da standen?!

Der restliche Tag

Abends haben wir dann noch lecker gekocht und auf unser erstes Weihnachten zu zweit angestoßen. Anders als sonst, haben wir nur diesen einen Abend Weihnachten gefeiert. Sonst heißt es drei Tage Familie pur und Essen so viel es geht und noch ein bisschen mehr.

Roys Peak Walk Wanderung

Dieses Jahr haben wir die anderen beiden Tage Wanka angeschaut und sind auf einen kleinen Abstecher zwischen den Tagen in Richtung Lake Tekapo und Mount Cook weiter gereist, bevor es zu Silvester wieder nach Wanka ging.

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6 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

Steffi und Maik
31. Dezember 2018 8:23

Hallo,
wieder tolle Berichte mit super Aufnahmen.
Danke dafür und euch einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Liebe Grüße
Steffi und Maik

Antworten
Gaby und Reimer
31. Dezember 2018 9:24

Hallo ihr Zwei, das war ein schöner Bericht über euer erstes Weihnachten zu zweit und natürlich auch wieder beeindruckende Fotos.
Auch wir wünschen euch einen guten Rutsch? und fürs neue Jahr viele tolle Erlebnisse.
Reimer und Gaby

Antworten
Kathrin Schmidt-Knäbel
2. Januar 2019 21:53

Hallo Ihr zwei. Was für eine atemberaubende Umgebung und was für tolle Fotos.
Alles Liebe für das neue Jahr und weiter so schöne Erlebnisse.
Kathrin

Antworten
Sabine Löffler
4. Januar 2019 21:06

Hallo ihr 2,es sind tolle Bilder und mega interessante Berichte.
Genießt die Zeit und habt ein wunderbares Jahr 2019.
LG
Sabine ?

Antworten
Klaus Schuller
20. Januar 2019 16:10

Servus Fabian,
wie Du weißt, bin ich seit unserer ersten gemeinsamer Messe ein Fan von Dir. Die Fotos sind faszinierend, überwältigend und Eure Berichte sind echt erfrischend. Macht weiter so, ich bin stolz auf Euch, dass Ihr schon so selbstbewusst die Welt erobert.

Schöne Grüße aus Bayern – Servus

Klaus

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